Fragen & Antworten

Warum ist Kieferorthopädie nötig?

Zahn- und Kieferfehlstellungen haben Einfluss auf den gesamten Organismus und das Wohlbefinden eines Menschen. Schiefe und eng stehende Zähne sind schwer zu reinigen und zu erhalten. Dies kann zu Karies, Zahnfleischerkrankungen und sogar zum Zahnverlust führen. Eine ungenügende Kaufunktion führt zu einer verschlechterten Verdauungsfunktion. Die falsche Kieferposition kann chronische Gelenk-, Hals- und Kopfschmerzen verursachen.
Ziel einer kieferorthopädischen Therapie ist es, eine optimierte Zahn- und Kieferstellung herzustellen, mit der Kauen, Schlucken, Sprechen und die Zahnpflege problemlos möglich sind. Der Gewinn einer kieferorthopädischen Behandlung ist unter anderem auch ein schönes Lachen.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum ersten Mal zum Kieferorthopäden?

In den meisten Fällen beginnt die Behandlung in der zweiten Phase der Wechselgebissperiode, das heißt, wenn die seitlichen Milchzähne wechseln. Das ist bei Mädchen in einem Alter von ca. 9-10 Jahren und bei Jungen in einem Alter von 10-11 Jahren der Fall. Grundsätzlich ist es ratsam, eher zu früh mit der Abklärung zu beginnen, als zu spät. Anschliessend kann der individuell sehr unterschiedliche Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn genau festgelegt werden.

Was ist bei einer extrem ausgeprägten Fehlstellung?

Bei manchen Kindern ist eine kieferorthopädische Behandlung auch schon in einem Alter ab 8 Jahren sinnvoll. Diese Kieferfehlstellungen werden oft durch den Hauszahnarzt entdeckt, der Sie dann frühzeitig mit Ihrem Kind zum Kieferorthopäden überweist.

Was passiert beim ersten Termin?

Die erste Beratung dient dazu, vorhandene Kiefer und Zahnfehlstellungen festzustellen, und festzulegen, ob eine Behandlung sinnvoll ist und in welchem Alter genau begonnen werden kann, abhängig vom Zahndurchbruch und dem individuellem Wachstumsstand. Erscheint eine Kiefer- oder Zahnregulierung notwendig und sinnvoll, werden bei einem 2. Termin die kieferorthopädischen Planungsunterlagen erstellt. Dies sind Fotos, Kiefermodelle, sowie 2 digitale Röntgenbilder. Diese Unterlagen werden vermessen und ausgewertet und stellen die Voraussetzung zur Ausarbeitung eines individuellen Behandlungsplanes und Erstellung eines Kostenvoranschlages dar. Während des dritten Termins findet eine persönliche und ausführliche Besprechung mit Ihnen und ihrem Kind statt. Wir zeigen Ihnen die Spangen und mögliche Alternativen. Sie erhalten einen konkreten Kostenvoranschlag.

Wer übernimmt die Kosten der Behandlung?

Die Grundversicherung übernimmt die Behandlung der Zahn- und Kieferfehlstellung in der Regel nicht. Eine private Zusatzversicherung hingegen übernimmt die Kosten anteilsmässig gemäss ihrem abgeschlossenen Vertrag mit der privaten Zusatzversicherung. Sie erhalten in jedem Fall nach der kieferorthopädischen Planung einen Kostenvoranschlag, welchen Sie bei der Krankenkasse einreichen können.
In seltenen Fällen, z.B. bei extrem verlagerten Zähnen übernimmt die Grundversicherung nach KVG Gesetz einen Teil der Behandlung, oder in ausgeprägten Kieferfehlstellungen auch die Invalidenversicherung. Nach unserer individuellen Planung können wir Ihnen diesbezüglich genaue Auskunft erteilen und leiten die jeweilige Kostengutsprache der Versicherung in die Wege.

Muss ich während der kieferorthopädischen Behandlung noch zu meinem Hauszahnarzt zur Kontrolle gehen?

Ja, unbedingt! Wir sind spezialisiert auf Zahn- und Kieferregulierungen. Wir übernehmen keine zahnärztlichen Kontrollen oder Füllungstherapien. Es ist unerlässlich, mindestens ein Mal im Jahr zur Kontrolle zu Ihrem Hauszahnarzt zu gehen.

Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

Die Dauer einer kieferorthopädischen Behandlung ist individuell sehr verschieden. Sie reicht von 3 Monaten bis hin zu 5 Jahren, je nach Alter und Ausprägungsstand der Zahn- und Kieferfehlstellung. Dabei spielt die Bereitschaft des Kindes, aktiv mitzuarbeiten, eine grosse Rolle. Nicht nur das regelmässige Tragen zum Beispiel bei herausnehmbaren Apparaturen oder Gummizügen, sondern auch die eigene Mundhygiene sind wichtig.
Vor Beginn der Behandlung werden Sie von uns über die Dauer der Behandlung informiert.

Wie oft muss ich während meiner kieferorthopädischen Behandlung zur Kontrolle kommen?

Die Kontrollsitzungen finden durchschnittlich alle 4-8 Wochen statt. Dies hängt von der jeweiligen Zahnspange ab.

Bis zu welchem Alter können Zahnfehlstellungen korrigiert werden?

Für die Behandlung von Zahnfehlstellungen gibt es keine Altersgrenze.
Die Knochenumbauprozesse bei Kindern laufen jedoch schneller und angenehmer von statten als bei Erwachsenen.

Bis zu welchem Alter können Kieferfehlstellungen korrigiert werden?

Kieferfehlstellungen können bei Mädchen bis zu einem Alter von maximal 16 Jahren und bei Jungen von max. 17 Jahren durchgeführt werden.
Danach ist eine Korrektur einer Kieferfehlstellung nur noch mit Hilfe einer kieferchirurgischen Operation durchführbar. Dabei werden die Zähne anfangs von uns mit einer kieferorthopädischen Apparatur in die gewünschte Position bewegt und anschliessend der Kiefer mittels Operation durch den Kieferchirurgen in Vollnarkose in die gewünschte Position gebracht. Wir arbeiten in dieser Phase mit dem Kieferchirurgen sehr eng zusammen.

Wie wirkt sich das Tragen der Zahnspange auf die Zahnpflege aus? Kann es zu Zahnschäden kommen?

Die Zahnpflege ist durch das Tragen einer Zahnspange erschwert. Wir geben jedoch genaue Instruktionen und genügend Hilfsmittel mit.
Wenn Sie oder Ihr Kind eine feste Zahnspange tragen, sollten Sie bei der täglichen Mundpflege mehr Zeit einplanen, um die Zähne gründlich zu reinigen. Denn die Zahnoberflächen sind durch die aufgeklebten Brackets schwieriger zu erreichen als zuvor.
Wir zeigen Ihnen oder Ihrem Kind, welche Putztechnik und welche Zahnpasta empfehlenswert sind. Hilfsmittel wie Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen sind zusätzlich zur regulären Zahnpflege sinnvoll. In unserer Praxis beraten wir Sie darüber ausführlich.
Während der kieferorthopädischen Therapie versiegeln wir zusätzlich die Zahnoberfläche. Damit können wir die Gefahr der Schädigung auf ein Minimum reduzieren.
Zusätzlich kontrollieren wir bei jedem Termin die Zahnpflege und geben gegebenenfalls weitere Instruktionen.
Grundsätzlich gilt: Wer die Zähne gut putzt, wird sicherlich keine Schäden an seinen Zähnen erleben. Dafür garantieren wir.

Zähneputzen I

Zähneputzen II

Kann es durch das Tragen der Zahnspange zu allergischen Reaktionen kommen?

Uns sind Nickelallergien bekannt, die beim Tragen von aussen anliegenden Zahnspangen (z.B. Headgear) auftreten können. Bei Brackets (Plättlispange, Gartenhag) ist eine Nickelallergie ausgesprochen selten.
Bitte teilen Sie uns aber im Vorfeld einer Therapie mit, ob Ihr Kind an einer bestimmten Allergie leidet. Wir stellen uns dementsprechend darauf ein und beraten Sie über Alternativen.

Was sind die Ursachen für Schmerzen im Kiefergelenk? Wie werden Sie behandelt?

Kiefergelenksbeschwerden wie Schmerzen im Kiefer oder Knacken des Kiefergelenkes können viele Ursachen haben (ein Knacken im Kiefergelenk ohne Schmerzen ist nicht schlimm ist und kann belassen werden):

  • Zahn- und Kieferfehlstellungen (dadurch unphysiologische Stellung des Kiefergelenkes)
  • Verrutschen des Diskus (Bindegewebsscheibe, dient als Puffer im Kiefergelenk)
  • Zähneknirschen und Pressen
  • Orthopädische Fehlhaltungen oder Stellungen des Körpers (Wirbelsäule, Becken, Hüfte, etc.)
  • Psychische Ursachen

Als Therapie hierbei kommt nach einer Untersuchung Folgendes in Frage:

  • Kieferorthopädische Korrektur der Zahn- oder Kieferfehlstellung
  • Aufbissschiene
  • Physiotherapie
  • Medikamentöse
  • Therapie
  • Orthopäde oder Craniosacraltherapie
  • Psychologe